Sterbegeldversicherung ab 60 oder 70 Jahren: Das sollten Sie wissen

    Robert Silberpfennig
    Robert Silberpfennig
    Pflegefachkraft · 10 Jahre Erfahrung in der ambulanten Pflege
    Zuletzt aktualisiert:
    Seniorenpaar prüft Bedingungen einer Sterbegeldversicherung im hohen Alter

    Je später eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen wird, desto höher fallen die monatlichen Beiträge im Verhältnis zur Versicherungssumme aus – gleichzeitig sinkt aber auch die verbleibende Zeit, in der Sie selbst einen vergleichbaren Betrag ansparen könnten. Im Alter 60–80 ist eine sorgfältige Vergleichsrechnung besonders wichtig.

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    Wie wirkt sich das Eintrittsalter auf den Beitrag aus?

    Versicherer kalkulieren die Beiträge nach dem statistischen Sterberisiko. Je höher das Eintrittsalter, desto höher der monatliche Beitrag für dieselbe Versicherungssumme, da die Versicherung im Schnitt über eine kürzere Laufzeit Beiträge einsammeln kann, bevor sie zahlen muss.

    Beitragstabelle 2026 für 5.000 € Versicherungssumme

    • Alter 55: ca. 25–40 €/Monat (lebenslang).
    • Alter 60: ca. 35–55 €/Monat.
    • Alter 65: ca. 45–70 €/Monat.
    • Alter 70: ca. 60–90 €/Monat.
    • Alter 75: ca. 80–125 €/Monat.
    • Alter 80: ca. 110–175 €/Monat (oft nur mit Wartezeit 24–36 Monate).

    Gibt es eine Altersgrenze für den Abschluss?

    Viele Anbieter ermöglichen einen Abschluss bis ins hohe Alter, etwa bis 80 oder 85 Jahre, teilweise auch darüber hinaus. Konkrete Altersgrenzen der wichtigsten Anbieter finden Sie in unserer Anbieter-Vergleichstabelle 2026. Mit steigendem Eintrittsalter verlangen manche Versicherer zusätzlich vereinfachte Gesundheitsfragen oder verlängern die Wartezeit auf 24–36 Monate. Reine Tarife ohne jegliche Gesundheitsprüfung sind ab Alter 75 die üblichste Variante.

    Worauf sollten Sie bei einem späten Abschluss besonders achten?

    • Vergleichen Sie das Verhältnis von monatlichem Beitrag zur garantierten Versicherungssumme über mindestens 3 Anbieter.
    • Prüfen Sie die Länge der Wartezeit und was im Todesfall innerhalb dieser Zeit ausgezahlt wird (typisch: nur Beitragssumme bei natürlichem Tod, volle Summe bei Unfalltod).
    • Rechnen Sie durch, ob die Beitragssumme bei statistischer Lebenserwartung die Versicherungssumme übersteigen würde.
    • Prüfen Sie, ob der Tarif Beitragsfreistellung erlaubt (für den Fall, dass Sie später nicht mehr zahlen können).
    • Bezugsrecht für eine Vertrauensperson oder einen Bestatter eindeutig benennen.
    • Tarife ohne Gesundheitsprüfung sorgfältig auf Annahmequote prüfen – „garantierte Annahme" ist Standard.

    Spezialfall: Eintritt mit Vorerkrankungen

    Bei Krebserkrankungen, schweren Herzerkrankungen oder schweren neurologischen Diagnosen lehnen gesundheitsgeprüfte Tarife meist ab. Hier sind reine Annahmegarantie-Tarife ohne Gesundheitsprüfung mit längerer Wartezeit die einzige Option. Beiträge liegen 30–50 % über gesundheitsgeprüften Tarifen, aber die Annahme ist garantiert. Mehr im Cluster „Ohne Gesundheitsprüfung".

    Alternative im hohen Alter: Bestattungsvorsorge per Einmalzahlung

    Wer eine größere Einmalsumme zur Verfügung hat (Sparbuch, Auflösung Lebensversicherung), kann statt monatlicher Beiträge auch direkt einen Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto schließen. Das spart Vertriebs- und Risikoanteile und schützt zudem als Schonvermögen bei Sozialleistungen. Detailvergleich im Artikel Bestattungsvorsorge vs. Sterbegeldversicherung.

    Checkliste vor Abschluss ab 60

    • Mindestens 3 Anbieter im Vergleich (gesundheitsgeprüft + ohne Prüfung).
    • Beitragssumme bei statistischer Lebenserwartung berechnet.
    • Wartezeit-Regelung verstanden, Unfall-Klausel geprüft.
    • Bezugsrecht klar benannt (Person oder Bestatter).
    • Beitragsfreistellung im Tarif?
    • Alternative Bestattungsvorsorge gegengerechnet.

    Testsieger DELA: Tarife auch ohne Wartezeit

    Im Sterbegeldversicherung Vergleich 2026 sehen Sie Testsieger DELA und 5 weitere Anbieter direkt gegenübergestellt.

    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung. Konkrete Beiträge erfragen Sie direkt bei den jeweiligen Anbietern.

    Häufig gestellte Fragen

    Bei vielen Anbietern ja, oft bis 80 Jahre oder älter. Die Beiträge fallen in diesem Alter im Verhältnis zur Versicherungssumme jedoch deutlich höher aus. Tarife ohne Gesundheitsprüfung sind häufig die einzige Option.

    Weil die statistische Wahrscheinlichkeit eines nahen Versicherungsfalls steigt und der Versicherer entsprechend weniger Zeit hat, über Beiträge das Risiko zu refinanzieren. Eine 75-jährige Person zahlt für 5.000 € Versicherungssumme typischerweise 80–125 €/Monat, eine 60-jährige nur 35–55 €.

    Wenn keine Rücklagen vorhanden sind und Angehörige die Bestattung sonst vorfinanzieren müssten: ja. Wer dagegen ein Tagesgeldkonto mit 5.000–8.000 € hat, fährt mit der Eigenfinanzierung in der Regel besser – die Beitragssumme übersteigt sonst meist die Versicherungssumme.

    Ja. Anbieter wie DELA, Monuta, IDEAL oder die Württembergische bieten dedizierte „Senioren-Sterbegeldtarife“ mit vereinfachter Annahme bis Alter 85, längeren Wartezeiten (24–36 Monate) und niedrigeren Mindestversicherungssummen ab 1.000 €.

    In der Regel innerhalb von 1–14 Tagen nach Vorlage der Sterbeurkunde an die bezugsberechtigte Person – ohne Erbschein. Bei Auszahlung direkt an einen Bestatter (Abtretung) erfolgt die Begleichung der Bestattungsrechnung ohne Umweg über Angehörige.

    Eine bestehende Versicherung läuft bei Demenz unverändert weiter, solange die Beiträge gezahlt werden. Ein Bevollmächtigter mit Vorsorgevollmacht kann die Beitragszahlung übernehmen oder bei Bedarf eine Beitragsfreistellung beantragen.